storys behind Nature Photography

Wer selber schon bei Sturm und Regen fotografieren war, weiß, dass es so manche ’story behind‘ gibt – selbst, wenn man ohne ein einziges Foto zurück gekommen ist.

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Die story behind bezieht sich hier weniger auf das Bild ansich – obwohl es ein wahnsinnig starkes Erlebnis war, die Integration neuer Hengste in eine Hengstherde hautnah mitzuerleben – hier geht es mir darum, wie sehr es sich lohnt sich immer fort weiter zu entwickeln und von beeindruckenden Kolleg*innen zu lernen. Hier auf einem Pferde-Fotoseminar von Gabriele Boiselle (Wiesenhof, Schwarzwald, 2018).

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Islandpferde, Schwarzwald

Islandpferde, Schwarzwald

90mm | f/2,8 | 1/2000 | ISO 1600

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Kormoran, Barnstedt

Kormoran, Barnstedt

550mm | f/8 | 1/1000 | ISO 800

Ich bin am Wochenende gerade 1.400 km gefahren. Und ja, es hat sich fotografisch sehr gelohnt. Doch heute, ein paar Tage später, entdecke ich beim Spazierengehen bei mir im Dorf diesen Kormoran beim Fischen und Sonnen im Ententeich…

So manches Mal liegen die Motive und die Freude an ihnen so nah!

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Dem Betrachter ist es vielleicht einerlei, auch kann er es auf dem Foto nicht immer erkennen/durchschauen, und doch ist es der Anspruch – den zumindest ich an die Naturfotografie habe, dass es wirklich Wildlive-Bilder sind. Nichts gegen einen schönen Schwan auf der Hamburger Binnenalster, aber einen wilden und noch scheuen Schwan zu fotografieren, gibt auch dem Bild eine andere Seele.

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Schwan

Schwan

600mm | f/6,3 | 1/1000 | ISO 400

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Milan

Milan

200mm | f/10.0 | 1/500s | ISO 200

Schon tagelang konnte ich den Milan beim Jagen ganz dicht über dem Feld beobachten. Doch jedes Mal wenn ich mit dem Auto auch nur in Sichtweite anhielt, war er weg. Jeder Naturfotograf weis, da gibt es nur eins: lauern. Gesagt, getan. Früher beim Feld sein als der Milan, Decke über den Kopf und warten. Erstens, dass er auftaucht und dann, dass er nah genug herankommt. Nass geschwitzt, mit schmerzendem Rücken und verkrampften Armen kommt dann der Lohn – in Form eines schönen Milan-Bildes. (Beim nächsten Mal nehme ich mir einen Bussard vor; der fliegt höher, sodass ich nicht auf dem Rücken liegen muss und ein Stativ für die schwere Kamera verwenden kann).

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Bei trübem Wetter hatte ich zunächst eine dreiviertel Stunde lang versucht mit Filtern, Stativ und Belichtungsreihen die Herrlichkeit des Gletschers einzufangen. Vergebens. Wenn man nämlich am Fuße eines Gletschers steht (hier sogar eingefasst zwischen Zweien), berührt einen solche Landschaft ganz, ganz tief, egal ob es regnet oder stürmt. Doch sehen tut man das auf einem düsteren Bild nicht.

Nach der Wanderung zwischen den Bergen zurückgekehrt, reißt der Abendhimmel auf und gibt mir die Chance das Bild zu machen, das dir zeigt, was ich die ganze Zeit über gefühlt habe. (Ohne Stativ, Filter und all das).

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Oraefajokull, Island

Oraefajokull, Island

100mm | f/2.8 | 1/500s | ISO 200

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St. Peter, Schwarzwald

St. Peter, Schwarzwald

28mm | f/13 | 67s | ISO 100 | Stativ

Der Hauptbestandteil einer solchen Story ist: Geduld!

Danach kommen erst technisches Wissen um Langzeitbelichtung, stabiles Stativ und Ausrüstung.  Aber vor allem braucht die Story mal wieder viel Glück. Denn wann hat man schon ein herrliches Gewitter mit viel Blitzen aber wenig Regen? Meist wenn gerade kein Motiv in Sicht ist. Denn ein Blitz allein, macht kein schönes Bild. Doch hier kam alles Gute zusammen. (Ich liebe Gewitter!)

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Ich wollte niedliche, kleine Meisen fotografieren – ganz unschuldig. Und der besseren Aussage des Bildes wegen, helfen wir Naturfotografen auch mal ein kleines bisschen nach. So hatte ich mir nichts Böses dabei gedacht, als ich die Erdnuss so fixierte, dass die Meise nicht gleich wieder mit der ganzen Nuss davon fliegen kann. Das ich dadurch aber ein Kampfplatz schaffe, der die dunkle Seite der zierlichen Vögel zutage bringt, hatte ich nicht geahnt.

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Meisen

Meisen

170mm | f/2.8 | 1/640s | ISO 800

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